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CEO von Blockpit und Experte für Krypto-Trading mit fundiertem Wissen über die finanziellen Auswirkungen im Krypto-Bereich.
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Wenn man heuer und 2017 vergleicht, kann man wirklich sagen, dass der Krypto-Markt zwei Extreme gezeigt hat. Auf Papier hat der Bullrun letztes Jahr unglaubliche Gewinne produziert. Jene, die ihre Assets zu lange gehalten haben, haben diese Profite allerdings wieder eingebüßt. Nimmt man die Marktkapitalisierung und den Bitcoin-Preis von vor genau einem Jahr her, so zeigt sich zwar ein Plus und Trader, die seit über einem Jahr im Markt sind, fahren womöglich immer noch Gewinne ein. Gerade im Bereich der Steuerschulden bringt die hohe Volatilität während dieser Zeitspanne aber potenziell einige Probleme mit sich.

Steuerfalle Krypto-Gewinne
In den meisten Ländern endet das Steuerjahr mit 31. Dezember. Bis zu diesem Stichtag veräußerte Gewinne sind steuerpflichtig und daraus entstandene Steuerschulden müssen im Folgejahr beglichen werden. Die genauen Deadlines für die Zahlungen unterscheiden sich je nach Gesetzgebung. Grundsätzlich können Verluste und Gewinne aus Spekulationsgeschäften gegengerechnet werden - aber nur innerhalb des selben Steuerjahres! Wenn die steuerpflichtigen Gewinne am Ende des Jahres sehr hoch ausfallen, könnte man sofort Teile der Assets liquidieren, um die Steuerschuld am Anfang des neuen Jahres zu begleichen. Stichtage für Steuerzahlungen sind aber meist erst später im Jahr angesetzt. Viele Trader, die Spekulationsgewinne erzielt haben, halten ihre Coins oder Token daher bis zum letztmöglichen Zeitpunkt, in der Hoffnung, noch mehr Profit zu erwirtschaften. Was passiert aber, wenn mit Jahreswechsel die Kurse stark einbrechen, die Steuern aber noch nicht bezahlt sind? Verluste können schließlich nur im selben Jahr gegengerechnet werden. Es gibt keine Möglichkeit, Profite und resultierende Steuerlasten aus dem Vorjahr nachträglich zu senken. Für Trader kann das schnell zum Albtraum werden, wenn plötzlich die Mittel nicht mehr reichen, um die Steuerschuld des Vorjahres zu begleichen.

Lasst uns diesen Fall mit einem Beispiel darstellen:

  1. Im Mai 2017 kauft Bob 1 BTC für € 1.000.
  2. Im Dezember ist Bobs BTC bereits € 10.000 wert. Dieser Gewinn ist noch theoretisch, da er erst realisiert wird, wenn der Bitcoin verkauft oder gehandelt wird.
  3. Zu diesem Zeitpunkt sieht Bob eine neue Chance im schnell steigenden Ripple und tauscht seinen Bitcoin komplett gegen XRP ein. In dem Moment realisiert Bob € 9.000 steuerpflichtigen Gewinn durch seinen Bitcoin.
  4. Bob hatte einen guten Riecher. XRP steigt weiter und verdreifacht sein Investment bis Jänner 2018. Bob hat jetzt XRP im Wert von € 30,000.
  5. Er ist sich sicher, dass ihn XRP zum Millionär machen wird, also hält er sein Investment.
  6. Plötzlich bricht der Markt ein und alle Kryptowährungen erfahren einen großen Wertverlust, aber Bob denkt, dass es sich um eine kurzfristige Schwankung handelt und hält sein Asset.
  7. Doch der Verlust wächst und Bobs XRP-Gewinne sind im Mai komplett verschwunden. Es ist hart, mit Verlust zu verkaufen, also hält Bob weiterhin und ist überzeugt, dass sich der Markt bald wendet.
  8. Es ist jetzt Ende Juni und Bobs Steuern für 2017 sind fällig. Der Markt hat sich aber nicht gedreht, ganz im Gegenteil. Bob hat weitere 90% verloren und seine XRP sind nur noch € 1.000 wert.
  9. Bob hat nun € 1.000 in seinem Portfolio, die er liquidieren könnte. Trotzdem ist er für die € 9.000 Gewinne steuerpflichtig, die er im Vorjahr durch Bitcoin erzielt hat. Zahlen kann er allerdings nicht mehr.

Das Szenario ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber gerade jetzt könnte es vielen InvestorInnen tatsächlich ähnlich ergangen sein.

Der naheliegendste Tipp ist natürlich, zum Jahreswechsel genug Assets zu verkaufen, damit die Steuerschulden sofort zu begleichen oder zumindest die Gewinne in Fiat-Geld zu halten. Zusätzlich gibt es weitere Möglichkeiten, einen Überblick über steuerliche Auswirkungen beim Traden zu behalten. Es lohnt sich, am Jahresende einen genauen Blick auf das Portfolio zu werfen und folgende Frage zu stellen:

Habe ich nicht realisierte Gewinne oder Verluste in einem meiner Assets?
Sollten sich nicht realisierte Verluste im Portfolio befinden, könnte es eine gute Idee sein diese Coins oder Token zu verkaufen und sofort zurückzukaufen, um Verluste zu realisieren und dadurch die gesamte Steuerlast zu senken.

Liegen nicht realisierte Gewinne vor, sollte man diese Assets genau im Auge behalten. Wenn möglich, sollten Gewinne nicht in den letzten Wochen des Jahres realisiert werden. Warten Sie damit bis zum Anfang des nächsten Jahres, bleibt viel mehr Zeit, diese Gewinne mit Verlusten abzugleichen, falls sich welche ergeben. Es gibt auch Länder, in denen die Gesetzgebung Spekulationsfristen vorsieht. Werden Assets länger als über einen bestimmten Zeitraum (z. B. ein Jahr) gehalten, resultiert dies in niedrigeren Steuersätzen oder gar Steuerbefreiung.

Zwei Gedanken zum Mitnehmen aus diesem Artikel:

  1. Es ist ratsam nicht zu gierig zu werden, wenn mit fixen Steuerschulden aus dem Vorjahr zu rechnen ist. Besser etwas Geld zur Seite zu legen. Das gibt die Sicherheit, Steuerschulden auch in einem schlechten Markt zahlen zu können.
  2. Gegen Ende des Jahres sollte definitiv ein genauer Blick auf die Performance des Portfolios geworfen und dementsprechend gehandelt werden.

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