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Marketeer mit umfangreicher Kenntnis der internationalen Entwicklungen im regulatorischen Rahmen der Krypto-Szene.
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Letzte Woche feierten wir 10 Jahre Bitcoin, nachdem Satoshi Nakamoto 2008 sein Whitepaper veröffentlicht hatte. Seitdem hat die Technologie hinter Bitcoin, aber auch die Einführung von Kryptowährungen einen langen Weg zurückgelegt. Heute stehen wir daher nicht nur einem breiten Spektrum von Unternehmen in diesem Bereich gegenüber, sondern auch einer Reihe von Richtlinien, die für die Kryptowelt gelten, da auch die Regulierungsbehörden einen Blick auf Blockchains und virtuelle Währungen werfen.

Obwohl der Markt definitiv global ist, wird er von den verschiedenen Nationen separat angegangen. An der Spitze stehen Asien und die Vereinigten Staaten, aber auch Europa holt auf, speziell im Bereich der Regulierungen.

Asien - von der Early Adoption zu expliziten Verboten
Während China 2013 der Haupttreiber des Bitcoin-Preises war und Kryptowährungen als alternative Anlage betrachtete, änderte das Land bereits ein Jahr später seinen Kurs. Im Jahr 2014 begannen Regierung und Behörden strenge Regeln für Kryptowährungen auf dem chinesischen Markt aufzustellen. Ein Beispiel ist die People's Bank of China (PBoC), die Banken zwingt, Konten mit virtuellen Währungen zu schließen. Der Markt nahm seinen Lauf und Ende 2017, im Jahr des großen Hype, verbot China Initial Coin Offerings und lokale Exchanges.

Zwischenzeitlich haben auch andere asiatische Länder ihre Position zu den regulatorischen Entwicklungen des Kryptomarkets bezogen. Südkorea versuchte, ähnlich wie China, den lokale Exchanges 2017 zu schließen, blieb aber aufgrund einer Petition erfolglos. Seitdem legt das Land Richtlinien zur Klärung der Branche fest, um Geldwäsche und Steuerhinterziehung zu verhindern. Das ebenfalls im Jahr 2017 ausgesprochene Verbot von ICOs wurde 2018 wieder aufgehoben. Japan begann früh sich mit den Vorschriften zu befassen, da das Land auch Hauptsitz für Mt.Gox war, eine riesige Exchange, die im Februar 2014 gehackt wurde. Danach verhängte die Nation verschiedene Strafen und zwang andere Börsen, ihre Geschäfte einzustellen. Noch 2017 erlaubte Japan Händlern jedoch, Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren und gründete weiters 2018 eine von der Regierung unterstützte Forschungsgruppe.

Heute kann Asien in Bezug auf die Vorschriften grob in zwei Gruppen eingeteilt werden. Eine davon sind die Länder, die jegliche Aktivitäten rund um Kryptowährungen ausdrücklich verbieten, die andere inkludiert aufgeschlossene Länder, die darauf abzielen, die Entwicklung der Blockchain- und Krypto-Adoption voranzutreiben.

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Europa - 28 verschiedene Nationen, 28 verschiedene Ansätze
Betrachtet man Europa, insbesondere die Europäische Union, so hat die Zahl der ergriffenen Initiativen vor allem in den letzten Jahren zugenommen. Doch die Umsetzung sieht in den 28 Nationen, die zwar die Erklärungen des Europäischen Parlaments berücksichtigen, unterschiedlich aus. Deutschland war 2014 das erste europäische Land, das Bitcoin als Währung akzeptierte. Ein Jahr später waren die Schweden die Ersten, die den Handel mit zwei Bitcoin exchange traded notes erlaubten.

Während die Anzahl der zu Beginn ergriffenen Maßnahmen vergleichsweise gering ist, stellt sich 2018 als das Jahr der regulatorischen Überlegungen zu Kryptowährungen dar. Im April 2018 einigten sich die Gesetzgeber auf die fünfte Geldwäscherichtlinie, um das Problem der Geldwäsche, Steuerhinterziehung und des Betrugs mit Kryptowährungen anzugehen. Weitere veröffentlichte Statements sind beispielsweise der Bericht der BaFin über die Distributed Ledger Technologie und eine Policy Contribution des Brüsseler Think Tanks Bruegel. Letzterer wurde für das informelle ECOFIN-Treffen der EU-Finanzminister und Zentralbankvertreter verfasst, die Anfang September 2018 das Thema Kryptowährungen auf ihre Tagesordnung gesetzt haben.

Abgesehen von den Überlegungen der EU befinden sich manche Staaten schon auf der Überholspur, um an die Spitze der Blockchain- und Kryptoentwicklung zu gelangen. Pioniere sind zum Beispiel Malta und die Schweiz. Malta hat erst im Juli 2018 drei Gesetze in Kraft gesetzt, die speziell für Kryptowährungen und Blockchain-Technologie entwickelt wurden.

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USA - heißen Regulierung willkommen
Um Transparenz und Fairness zu gewährleisten, setzen die Vereinigten Staaten auf eine wie sie es nennen vernünftige Regulierung. Ihr Ansatz baut auf dem bestehenden Recht auf, das gleichermaßen für Kryptowährungen übernommen wird, anstatt spezielle Kryptogesetze zu erlassen. Bislang hat die Regierung der Vereinigten Staaten das Thema nicht aus Sicht der Verfassung behandelt und die Regulierung virtueller Währungen ihren Mitgliedsstaaten überlassen. Eine Reihe von Bundesländern hat Richtlinien herausgegeben, aber im Großen und Ganzen basieren die Richtlinien auf Aussagen von staatlichen Behörden wie der Securities Exchange Commission (SEC), der Commoditiy Futures Trading Commission (CFTC) und der Internal Revenue Service (IRS).

Ende 2014 veröffentlichte der IRS eine erste Richtlinie für die Besteuerung virtueller Währungen wie Bitcoin, in der erklärt wurde, wie allgemeine Steuerprinzipien anzuwenden sind. Später, im Juli 2017, waren die USA das erste Land, das Initial Coin Offerings über die SEC regulierte. Die Erklärung kommt zu dem Schluss, dass Token in verschiedenen Fällen als Securites betrachtet werden können, die dann strengen Gesetzen unterliegen. In diesem Zusammenhang hat die SEC auch Investoren gewarnt und sie auf die Klassifizierung von Token als Wertpapiere hingewiesen. Ein Jahr später, im Juli 2018, richtete die IRS eine Arbeitsgruppe zur Bekämpfung der grenzüberschreitenden Steuerkriminalität und der Geldwäsche ein. Zusammen mit vier weiteren Behörden, der Australian Criminal Intelligence Commission (ACIC) und dem Australian Taxation Office (ATO), der Canada Revenue Agency (CRA), der Fiscale Inlichtingen- en Opsporingsdienst (FIOD) und dem HM Revenue & Customs (HMRC), arbeitet die Internal Revenue Service Criminal Investigation (IRS-CI) eng an der Untersuchung des Krypto-Raums. Die J5, Joint Chiefs of Global Tax Enforcement, entwickeln gemeinsame Strategien, die sie vorantreiben und kommunizieren, um kryptobezogene Verbrechen zu verhindern.

Was in der Zukunft zu erwarten ist 
Angesichts des exponentiellen Wachstums von Regulierungsmaßnahmen auf der ganzen Welt ist zu erwarten, dass die Zukunft noch mehr Regeln und Vorschriften für den Krypto-Raum bringen wird. Inzwischen haben fast alle Regierungen zumindest Erklärungen darüber abgegeben, wie Kryptowährungen reguliert werden, sei es in Bezug auf Finanzierung, Steuern oder Exchanges. Dieser neuen Ökonomie fehlt es jeodch an Klarheit und einheitlichen Ansätzen, die alle in der Krypto-Sphäre auf die gleiche Ebene bringen würden. Pioniere wie Malta entwickelten spezifische Gesetze für Kryptowährungen und Blockchain-Technologie, andere versuchen, diese an bestehende Regeln anzupassen. Die Frage ist jedoch, ob diese völlig neue Wirtschaft, die sich langsam auf alle etablierten Branchen auswirkt, einen eigenen Rechtsrahmen erhalten sollte. Idealerweise von allen Beteiligten ausgearbeitet - für den Krypto-Markt bedeutet das einen globalen Ansatz.

Quellen
US Krypto-Regulierungen
ICOs trotz Regulierungen
J5: globale Taskforce für Kryptowährungen
Weltweite Entwicklungen von Kryptowährungen
Liechtenstein: Regulierungen von Blockchain und Bitcoin
Südkoreas regulatorische Schritte
Krypto-Regulierungen in der EU 

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