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Social Media Strategin mit Abschluss in Publizistik und Kommunikationswissenschaften. Hat eine große Leidenschaft für aktuelle Entwicklungen und hält ihren Feed immer up-to-date.
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„I’ve been working on a new electronic cash system that’s fully peer-to-peer, with no trusted third party.“ Mit diesen Worten stellte Satoshi Nakamoto im Oktober 2008 zum Höhepunkt der Bankenkrise, sein Konzept eines neuen digitalen Geldes vor. In einem neunseitigen Whitepaper („Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System“) beschrieb er dabei die theoretischen Grundlagen einer neuen digitalen Währung und veröffentlichte diese auf einem Kryptografie-Forum (den originalen Forum-Post kann man übrigens noch immer hier abrufen). Mit seinem Konzept erntete er große Anerkennung in der Krypto-Community und konnte mit Hilfe weiterer Forumsmitglieder die erste Version der "Bitcoin-Software" programmieren. Im Jänner 2009 ging diese online, was als die Geburtsstunde von Bitcoin gilt.

Auch wenn viele Versuche unternommen, herauszufinden wer sich hinter dem Pseudonym versteckt, ist bis heute unklar wer Satoshi Nakamoto ist. Verschwörungstheorien über Verschwörungstheorien kamen fortan auf: Beispielsweise schrieb die Zeitschrift ‚Newsweek‘, dass es sich dabei um den in Kalifornien lebenden Ingenieur Dorian Satoshi Nakamoto handeln muss. Dieser selbst dementieret aber, der Bitcoin-Gründer zu sein. Auch der Erfinder eines der Vorläuferprojekte („Bit Gold“), Nick Szabo, wurde des öfteren damit in Verbindung gebracht. Ebenso Hal Finney, der die erste Bitcoin-Zahlung von Satoshi Nakamoto erhalten hat, wird in dem Zusammenhang oft erwähnt. Doch wer sich wirklich dahinter verbirgt ist bis heute ein Geheimnis.
2010 zog sich Satoshi Nakamoto weitestgehend aus dem Projekt zurück und übergab die Website „bitcoin.org" und die Kontrolle über den Source Code von Bitcoin an einige prominente Mitglieder der Bitcoin-Community. Im April 2011 verabschiedete er sich mit einer Mail: „I’ve moved on to other things. It’s in good hands with Gavin and everyone.“ 

Was ist Bitcoin? 
So mysteriös die Vorgeschichte auch ist, so real ist doch Bitcoin selbst. Es handelt sich dabei um eine digitale Geldeinheit in einem weltweiten dezentralen Zahlungssystem. Dabei können Bitcoins von einer Person zu einer anderen Person übertragen werden (peer-to-peer), ohne dass Banken oder andere Finanzmediäre diese Transaktion freigeben müssen. „A purely peer-to-peer version of electronic cash would allow online payments to be sent directly from one party to another without going through a financial institution.“

Dabei werden Bitcoins auf einem Wallet (digitale Geldbörse) gespeichert, welches durch einen Private Key verschlüsselt ist. Nur der Besitzer des Private Keys hat Zugriff auf sein Wallet und damit auf die darauf gespeicherten Kryptowährungen. Eine weitere Eigenschaft von Bitcoin ist, dass es kein Überweisungslimit oder maximale Höhe von Transaktionen gibt. Auch geografisch gesehen gibt es keine Einschränkungen: für eine Transaktion wird lediglich eine Internetverbindung benötigt.

Die Eigenschaften von Bitcoin
Insgesamt gibt es 21 Millionen Bitcoins, und anders als bei Fiat-Währungen (Euro, Dollar, Yen,..), die beliebig oft nachgedruckt werden können, haben Bitcoins bei 21 Millionen ihr Maximum erreicht. Bisher wurden schon ca. 17,85 Millionen Bitcoins (Stand Juli 2019) ausgegeben, wovon jedoch bereits 4,85 Millionen Bitcoins verloren gegangen sind, weil z.B. der Besitzer den Private Key verloren hat. Ebenfalls befinden sich rund 1 Millionen Bitcoins auf dem Konto von Satoshi Nakamoto selbst und es gibt keine Informationen dazu ob diese Coins von jemanden verwaltet werden oder nicht.

Um zu verhindern, dass Bitcoins kopiert oder gar doppelt ausgegeben werden (Fachausdruck: double spending), ist eine Art "Buchhaltung" erforderlich, bei der über einen Algorithmus die "Echtheit" und Zugehörigkeit eines Bitcoins überprüft wird. Dazu werden alle Transaktionen mit Bitcoins, die getätigt werden, in eine öffentlich einsehbaren Blockchain geschrieben. Aus Datenschutzgründen klingt es zwar erstmals etwas beunruhigend, dass die Blockchain öffentlich einsehbar ist, jedoch handelt es sich dabei um eine pseudonyme Datenbank. Das bedeutet, dass nur Senderadresse, Empfängeradresse, Betrag und Datum aus der Datenbank ersichtlich sind, nicht aber die Identität oder der Hintergrund der Transaktion.

In den Anfangszeiten hatte Bitcoin in der Öffentlichkeit keinen guten Ruf, da es mit seinen ersten markanten Anwendungen als Bezahlmittel im Darknet in Verbindung gebracht wurde. Denn durch die Pseudonymität konnten im Darknet illegale Artikel, wie Waffen oder Drogen, erworben und danach sehr schwer bis gar nicht nachverfolgt werden. Regierungen und Behörden haben sich aber ebenfalls im Laufe der Jahre weiterentwickelt und arbeiten mittels neu gegründeter Organisationen (z.B. das Cyber Crime Competence Center in Österreich) daran kriminelle Aktivitäten mit Kryptowährungen zu stoppen und die Individuen dahinter zu identifizieren. Mehr dazu in unserem Blogpost: Wie ernsthaft werden Kryptosteuern verfolgt?


Der erste dokumentierte Kauf bei dem Bitcoins als Zahlungsmittel eingesetzt wurden, erfolgte im Mai 2010, dabei wurden 2 Pizzen für 10.000 Bitcoins eingetauscht. Zum damaligen Zeitpunkt lag der Preis pro Bitcoin bei unter 1 US-Cent, heute liegt er bei 10 550,00 US-Dollar (Stand Juli 2019). Im Juni 2011, brach regelrecht ein erster Hype um Bitcoin aus und es wurden immer mehr Leute darauf aufmerksam, als WikiLeaks aufgrund eines Boykotts Spenden in Form von Bitcoins annahm. Im Jahr 2017 wurde das Thema dann endgültig Mainstream: Die Medien berichteten weltweit davon, wodurch das Transaktionsvolumen exponentiell anstieg und der Bitcoin Kurs kurzfristig auf das "All time high" von 20.000 US-Dollar schoss.

Die steuerliche Behandlung von Bitcoin
Diese extremen Kursgewinne haben vor allem Finanzaufsichten wachgerüttelt, was dazu führte, dass in vielen Ländern der Welt Bitcoin und co. fortan stärker reguliert und streng steuerlich betrachtet wurden. Das heißt, wer mit Bitcoins gehandelt und Gewinne gemacht hat, muss diese ähnlich wie beim Aktienhandel auch versteuern. Doch in diesem Fall übernimmt die Abfuhr der Steuer nicht automatisch ein Depotverwalter wie zB eine Bank, sondern die Pflicht der Steuererklärung liegt beim Nutzer selbst.

Beispiel Österreich: Nach derzeitigem Recht unterliegen Bitcoin & Co. der Einkommensteuerpflicht. Wenn der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt und keine zinstragende Veranlagung vorliegen, dann sind Kryptowährungen als Spekulationsgeschäft anzusehen. Das heißt, dass Gewinne oder Verluste aus dem privaten Handel mit Kryptowährungen direkt bzw. indirekt den Einkommenssteuersatz beeinflussen. Dieser unterliegt einer progressiven Steigerung (je nach Jahreseinkommen) von derzeit bis zu 55 Prozent. Hält man jedoch Bitcoin länger als ein Jahr in seinem Besitz, so sind Gewinn aus dem Erlös dieser dank einer Sonderregelung komplett steuerfrei. Bei Betrieben tritt diese Ausnahme nicht ein, diese sind beim Handel mit Kryptowährungen immer steuerpflichtig, jedoch kommt hier die Körperschaftsteuer (derzeit 25%) zum Einsatz.
Wichtig dabei ist, dass anders als beim Aktienhandel oftmals die Bank die anfallenden Steuern automatisch abführen, dies beim Handel mit Kryptowährungen nicht der Fall ist. Hierbei ist jeder selbst für seine Steuererklärung zuständig. 

Eine genaue Erklärung wie Bitcoins und auch andere Kryptowährungen zu versteuern sind, finden Sie in diesem Blogartikel.

Genaue Infos zu den steuerliche und regulatorischen Bedingungen in anderen Ländern finden Sie in unserer Blogserie Länder & ihre Kryptogesetze.

Wie sieht die Zukunft von Bitcoin aus?
In der Krypto-Community wird Bitcoin aufgrund seiner Eigenschaft als Store of Value (Wertspeicher) bereits als das Gold 2.0 gesehen. Diese Idee hatte auch Satoshi Nakamoto, als er den Bitcoin-Algorithmus mit dem "Schürfen" (Fachausdruck: Minen) von Gold nachempfand. Dabei legte er fest, dass sich alle vier Jahre, die Menge der zu minenden Bitcoins halbiert. Auch Satoshi selbst hat in seinem Gedankenexperiment den Vergleich mit Gold angestellt: 
„Stellen Sie sich vor, dass es ein Basismetall gibt, das so knapp ist wie Gold, jedoch mit den folgenden Eigenschaften: Langweilige graue Farbe, kein guter Stromleiter, nicht besonders stark, aber auch nicht duktil oder leicht verformbar, nicht für praktische oder dekorative Zwecke geeignet aber eine besondere, magische Eigenschaft hat: Es kann über einen Kommunikationskanal transportiert werden. Wenn es aus irgendeinem Grund irgendeinen Wert erlangt hat, könnte jeder, der Vermögen über weite Entfernungen transferieren möchte, etwas kaufen, übertragen und vom Empfänger verkaufen lassen“.

Bleiben Sie neugierig - denn weitere Coins in unserer Serie werden folgen.

Sources:
bitcoin.org 
kryptoblog.info 
derstandard.at 
spiegel.de 
papers.ssrn.com 
wasistbitcoin.com 
decentralbox.com 
trendingtopics.at

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